29. April 2026

Erfolgreicher Winter und Chancen im Sommer

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Sportartikel-Branche beweist Stabilität und Anpassungsfähigkeit

Die Wintersaison 2025/26 sorgte dank dem boomenden Mietgeschäft für gute Umsätze im Sportfachhandel und die angespannte geopolitische Lage ermöglicht Chancen für den Sommer. Das zeigen die neusten Zahlen einer repräsentativen Befragung der Firma Hanser Consulting AG, die im Auftrag der «swisspo – Fachstelle Sportartikel Schweiz» durchgeführt wurde.

Der frühe Schnee im vergangenen Winter war der Startschuss für eine erfolgreiche Wintersaison 2025/26. Das haben bereits die beiden Beispiele von Mondo Sport (Murten) und Bayard Sport (Zermatt) gezeigt, die wir vor wenigen Tagen in einem separaten Beitrag beleuchtet haben. Nun liegen dank der repräsentativen Befragung durch die Firma Hanser Consulting AG auch die offiziellen Zahlen für die gesamte Sportartikelbranche vor und auch die präsentieren sich angesichts des anspruchsvollen Umfelds (Druck durch Onlinehandel und geopolitische Lage) erfreulich. Der Gesamtumsatz für die abgelaufene Wintersaison liegt erneut über einer Milliarde Schweizer Franken.

«Die Schweizer Sportartikelbranche beweist einmal mehr ihre Stabilität und Anpassungsfähigkeit. Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen hat sich die Wintersaison solide entwickelt – insbesondere das Mietgeschäft zeigt, wie flexibel und kundennah unsere Betriebe auf Veränderungen reagieren», sagt Peter Bruggmann, Präsident von ASMAS, Verband Sportfachhandel Schweiz.

Verschiebung des Geschäftsmodells

Das von Bruggmann angesprochene Mietgeschäft war im vergangenen Winter sehr stark und macht mittlerweile mit einem Anteil von 29% fast einen Drittel des Umsatzes aus. Dies zeigt ganz klar, dass der Trend in Richtung Mieten keine Momentaufnahme ist, sondern dass sich das Geschäftsmodell in der Sportartikelbranche verschiebt. «Die Nutzung der Sportartikel steht immer mehr im Vordergrund und nicht mehr der Besitz», fasst Bruggmann die Entwicklung zusammen. In der Befragung gaben die Sportfachhändler mit Blick auf den kommenden Winter an, dass sie beim Einkauf den Fokus stärker auf Hardware-Produkte wie Skis gelegt haben, dafür bei den Textilartikeln etwas vorsichtiger eingekauft haben als noch im vergangenen Winter.

Ferien in der Schweiz als Chance

Zuerst steht jetzt aber die Sommersaison vor der Tür. Und auch die war Gegenstand der Befragung. Hier zeigen die Zahlen, dass in der Sportartikel-Branche ein vorsichtiger Optimismus herrscht. Ein Grossteil der Befragten erwartet einen ähnlich guten Umsatz wie im Sommer 2025. Das Mietgeschäft ist im Sommer allerdings noch nicht gleich relevant wie im Winter. Die Vermietung von Bikes und E-Bikes wird aber dennoch als wichtigster Wachstumstreiber im Sommer-Mietgeschäft eingeschätzt. Ansonsten sehen die Händler die Sportarten Wandern und Running im Trend für diesen Sommer, wobei der Fokus vor allem auf dem Verkauf von passenden Schuhen für diese Aktivitäten liegt. Peter Bruggmann beurteilt die Ausgangslage für die Sommersaison 2026 wie folgt: «Mit Blick auf den Sommer sehen wir echte Chancen für den Sportfachhandel: Die unsichere weltpolitische Lage führt dazu, dass viele Menschen ihre Ferien bewusst in der Schweiz verbringen. Davon profitieren insbesondere Outdoor-, Bike- und Running-Angebote – der Sport findet vor der eigenen Haustür statt.»

Weiterhin viele Herausforderungen 

Obwohl die Wintersaison stabil war und die Prognosen für den Sommer vorsichtig optimistisch, sieht sich die Sportartikel-Branche weiterhin mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Die klar grösste Herausforderung – so die Zahlen aus der neusten Umfrage – ist der Wettbewerbsdruck und der Onlinehandel. Dieser wurde von 33% der befragten Unternehmen genannt, gefolgt von der nachlassenden Kundenfrequenz (13%), sowie dem Klimawandel und dem Fachkräftemangel (je 12%). «Unsere Branche steht weiterhin unter Druck: Der Online-Wettbewerb, verändertes Konsumverhalten und die Auswirkungen des Klimawandels treffen auf eine anhaltend unsichere weltpolitische Lage. Gerade deshalb braucht es jetzt starke lokale Anbieter, die Orientierung bieten und Nähe zum Kunden schaffen», so Bruggmann.