29.07.2026

Bundesrat plant Gebühr für Billigpakete aus Fernost – Signal für fairere Wettbewerbsbedingungen

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Der Bundesrat plant eine neue Gebühr auf Kleinsendungen aus Fernost, insbesondere aus China. Ziel ist es, die Finanzierung zusätzlicher Produktkontrollen sicherzustellen und die Produktsicherheit im grenzüberschreitenden Onlinehandel zu verbessern. Für den Schweizer Sportfachhandel und die Sportartikelindustrie ist dies ein wichtiger Schritt hin zu faireren Wettbewerbsbedingungen.

Mehr Kontrollen im Onlinehandel
In den vergangenen Jahren hat die Zahl der direkt an Konsumentinnen und Konsumenten versandten Kleinsendungen aus China stark zugenommen. Gleichzeitig zeigen Marktkontrollen regelmässig, dass ein Teil dieser Produkte die Schweizer Sicherheits- und Kennzeichnungsvorschriften nicht erfüllt. Mit der laufenden Revision des Produktesicherheitsgesetzes will der Bundesrat die Marktüberwachung im Onlinehandel deutlich stärken und neue Instrumente für die Vollzugsbehörden schaffen. Dazu gehören unter anderem verdeckte Testkäufe, bessere Zusammenarbeit mit Onlineplattformen sowie die Sperrung rechtswidriger Angebote. Die Vernehmlassung läuft seit Juni 2026.

Finanzierung über eine Paketgebühr
Um den zusätzlichen Kontrollaufwand zu finanzieren, prüft der Bundesrat eine Abgabe auf direkt importierte Kleinsendungen. Gemäss aktuellen Berichten könnte diese bis zu fünf Franken pro Paket betragen und würde in erster Linie Sendungen von Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress betreffen. Die Massnahme befindet sich noch im politischen Entscheidungsprozess.

Bedeutung für den Sportfachhandel
Für den Schweizer Sportfachhandel ist die Entwicklung von grosser Bedeutung. Schweizer Händler und Importeure investieren erhebliche Mittel in die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, Produktsicherheit, Konformitätsbewertungen, Garantie- und Serviceleistungen sowie in die Beratung der Kundschaft. Werden Produkte ohne gleichwertige Kontrollen direkt aus dem Ausland an Endkunden geliefert, entstehen Wettbewerbsverzerrungen zulasten des stationären Handels und der regelkonform arbeitenden Importeure.

Gerade bei Sportartikeln wie Helmen, Protektoren, Bindungen, Beleuchtung oder elektronischen Sportgeräten sind die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen und die Rückverfolgbarkeit der Produkte von zentraler Bedeutung.

Entwicklung entspricht langjähriger Forderung
Die geplanten Massnahmen decken sich mit Forderungen, welche Verbände des Detailhandels seit längerer Zeit vertreten. Bereits im März 2026 sprach sich der Ständerat klar dafür aus, Kleinsendungen aus Asien stärker zu kontrollieren und die Finanzierung dieser Kontrollen über Beiträge auf entsprechenden Paketen zu prüfen. Hintergrund sind sowohl Sicherheitsaspekte als auch die Wettbewerbsnachteile für Schweizer Unternehmen.

Fazit
Die geplante Paketgebühr stellt keinen Zollschutz dar, sondern soll die Finanzierung einer wirksamen Marktüberwachung ermöglichen. Ob und in welcher Form die Abgabe eingeführt wird, entscheidet das Parlament in den kommenden Monaten.

Für den Schweizer Sportfachhandel und die Sportartikelindustrie wäre eine konsequente Kontrolle von Direktimporten ein wichtiger Beitrag zu mehr Produktsicherheit und zu faireren Wettbewerbsbedingungen zwischen dem stationären Handel, Schweizer Onlinehändlern und internationalen Onlineplattformen.