Sport- und Bewegungsförderung Schweiz 2040: Neue Perspektiven für den Sportfachhandel
Mit der Publikation des Grundlagenberichts «Sport- und Bewegungsförderung Schweiz 2040» haben das Bundesamt für Sport BASPO und Swiss Olympic einen wichtigen Meilenstein für die zukünftige Ausrichtung des Schweizer Sportsystems gesetzt. Über 80 Organisationen aus Sport, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Gesellschaft waren an der Erarbeitung beteiligt. Auch ASMAS brachte sich aktiv in den Prozess und die Arbeitsgruppen ein.
Der Bericht beschreibt nicht primär neue Förderprogramme, sondern definiert eine gemeinsame Vision für die Schweiz als Sport- und Bewegungsnation. Im Zentrum steht ein Paradigmenwechsel: Künftig soll Sportförderung stärker an ihrer Wirkung für Menschen, Gesellschaft und Wirtschaft gemessen werden.
Sport wird als Wirtschafts- und Standortfaktor anerkannt
Für den Sportfachhandel besonders erfreulich ist die klare Anerkennung der wirtschaftlichen Bedeutung des Sports. Der Bericht hält fest, dass Sport und Bewegung nicht nur Gesundheit und Lebensqualität fördern, sondern auch Arbeitsplätze schaffen, Wertschöpfung generieren und zur Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Schweiz beitragen. Die Bruttowertschöpfung der Schweizer Sportwirtschaft wird mit rund 11,4 Milliarden Franken beziffert.
Damit erhält der Sportsektor erstmals in dieser strategischen Breite eine wirtschaftspolitische Einordnung, die weit über den klassischen Vereins- und Verbandssport hinausgeht.
Nachhaltiges Wirtschaftsmodell als eigener Wirkungsbereich
Besonders bemerkenswert ist, dass dem Thema Wirtschaft ein eigener Wirkungsbereich gewidmet wird. Ziel ist ein vernetztes und zukunftsorientiertes Wirtschaftssystem, das neue Geschäftsmodelle ermöglicht und den materiellen wie immateriellen Wohlstand stärkt. Zu den zentralen Handlungsfeldern gehören die Anerkennung von Sportberufen, die Professionalisierung der Akteure sowie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen.
Diese Ausrichtung deckt sich mit vielen Anliegen des Sportfachhandels. Fachkompetenz, Berufsbildung, Unternehmertum und Innovation werden als zentrale Erfolgsfaktoren anerkannt.
Digitalisierung verändert die Branche weiter
Der Bericht geht davon aus, dass Digitalisierung, künstliche Intelligenz und datenbasierte Geschäftsmodelle das gesamte Sportsystem grundlegend verändern werden. Sportorganisationen, Unternehmen, Start-ups und Wissenschaft sollen künftig enger zusammenarbeiten und innovative Ökosysteme bilden.
Für den Sportfachhandel bedeutet dies, dass digitale Kundenbeziehungen, datenbasierte Dienstleistungen, Omnichannel-Strategien und neue Serviceangebote weiter an Bedeutung gewinnen werden. Die Rolle des Fachgeschäfts entwickelt sich zunehmend vom reinen Verkaufsort zum Kompetenz- und Erlebniszentrum.
Gesundheit, Prävention und aktiver Lebensstil als Wachstumstreiber
Der Bericht unterstreicht die steigende Bedeutung von Sport und Bewegung für Gesundheit und Prävention. Angesichts des demografischen Wandels und steigender Gesundheitskosten sollen Bewegungsangebote künftig noch stärker gefördert werden.
Daraus ergeben sich für den Sportfachhandel zusätzliche Chancen. Wer Menschen bei einem aktiven Lebensstil begleitet, wird zunehmend Teil eines umfassenden Gesundheits- und Präventionsökosystems. Besonders in den Bereichen Running, Outdoor, Bike, Wandern, Fitness und Wintersport eröffnen sich neue Potenziale.
Nachhaltigkeit wird zum Standard
Klimawandel, Ressourcenschonung und nachhaltiger Konsum ziehen sich als Querschnittsthemen durch den gesamten Bericht. Sportorganisationen und Unternehmen werden künftig stärker gefordert sein, ökologische Verantwortung wahrzunehmen und nachhaltige Lösungen umzusetzen.
Für den Sportfachhandel bedeutet dies, dass Themen wie Reparaturservices, Kreislaufwirtschaft, langlebige Produkte, Mietmodelle und nachhaltige Lieferketten weiter an Bedeutung gewinnen werden.
Fazit für den Sportfachhandel
Die «Sport- und Bewegungsförderung Schweiz 2040» ist weit mehr als eine Sportstrategie. Sie positioniert Sport und Bewegung als gesellschaftlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Erfolgsfaktor für die Schweiz.
Für den Sportfachhandel ergeben sich daraus fünf zentrale Schlussfolgerungen:
- Der Sportfachhandel ist ein anerkannter Teil des Schweizer Sportökosystems.
- Berufsbildung und Fachkompetenz gewinnen weiter an Bedeutung.
- Digitalisierung und Innovation werden zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren.
- Gesundheit und Prävention schaffen neue Marktchancen.
- Nachhaltigkeit entwickelt sich vom Zusatznutzen zum Standard.
ASMAS begrüsst insbesondere die starke Verankerung der Themen Berufsbildung, Wirtschaft, Innovation und Nachhaltigkeit. Der Bericht bietet eine wertvolle Orientierung für die Weiterentwicklung der Branche und zeigt auf, welchen Beitrag der Sportfachhandel zur Sport- und Bewegungsförderung der Schweiz leisten kann.