03.08.2026

PFAS im Sport- und Textilfachhandel: Was Händler jetzt wissen müssen

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Die Diskussion rund um PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) gewinnt weltweit an Bedeutung. Neue gesetzliche Vorgaben, steigende Anforderungen an Hersteller sowie aktuelle Marktkontrollen führen dazu, dass sich auch der Sport- und Textilfachhandel zunehmend mit diesem Thema auseinandersetzen muss.

Mit der Veröffentlichung seines Nachhaltigkeitsberichts 2025 hat Mammut einen wichtigen Meilenstein erreicht: Seit der Herbst-/Winterkollektion 2025/2026 werden sämtliche Bekleidungsprodukte ohne absichtlich zugesetzte PFAS hergestellt. Damit folgt das Unternehmen einer Entwicklung, welche die gesamte Outdoor- und Sportartikelbranche in den kommenden Jahren prägen wird.

Was sind PFAS?

PFAS sind eine grosse Gruppe chemischer Stoffe mit wasser-, schmutz- und fettabweisenden Eigenschaften. Sie wurden während Jahrzehnten in zahlreichen Sportartikeln eingesetzt, unter anderem bei:

  • Outdoor- und Regenbekleidung
  • Schuhen
  • Rucksäcken
  • Imprägniermitteln
  • Skiwachsen
  • technischen Textilien

Da sich viele PFAS in der Umwelt kaum abbauen und sich langfristig anreichern können, werden sie zunehmend gesetzlich eingeschränkt oder verboten.Die Industrie befindet sich im Wandel

Die Sportartikelhersteller investieren seit mehreren Jahren in alternative Technologien.

Mammut bestätigt mit dem Nachhaltigkeitsbericht 2025, dass seit der Herbst-/Winterkollektion 2025/2026 sämtliche Bekleidungsprodukte ohne absichtlich zugesetzte PFAS hergestellt werden. Auch zahlreiche weitere Hersteller verfolgen ähnliche Strategien und stellen ihre Kollektionen schrittweise um.

Der Wandel beschränkt sich dabei nicht nur auf die Materialwahl. Gleichzeitig werden Reparierbarkeit, Kreislaufwirtschaft, Recyclingmaterialien und langlebige Konstruktionen zu wichtigen Bestandteilen der Produktentwicklung.

Was bedeutet dies für den Sportfachhandel?

Für den Detailhandel verändert sich die Rolle zunehmend. Während früher vor allem Preis, Funktion und Marke im Mittelpunkt standen, gewinnen künftig auch Produktsicherheit, Materialtransparenz und Nachhaltigkeit an Bedeutung.

Bei der Sortimentsgestaltung sollten deshalb folgende Punkte berücksichtigt werden:

Der Händler sollte aktiv nachfragen,

  • ob Produkte PFAS enthalten
  • welche Alternativen eingesetzt werden
  • welche Umstellungsstrategie der Lieferant verfolgt

Diese Fragen sollten Bestandteil jedes Ordergesprächs werden.

Deklarationen prüfen

Immer mehr Hersteller kennzeichnen ihre Produkte mit Angaben wie:

  • PFAS-frei
  • PFC-free
  • Fluorfrei

Solche Angaben erleichtern die Sortimentsentscheidung. Fehlen entsprechende Informationen, lohnt sich eine Rückfrage beim Lieferanten.

Nachhaltigkeit wird zum Verkaufsargument

Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten interessieren sich dafür,

  • wie Produkte hergestellt werden,
  • welche Materialien verwendet werden,
  • wie langlebig ein Produkt ist,
  • ob Reparaturen möglich sind.

Fachhändler können sich mit kompetenter Beratung deutlich vom Onlinehandel differenzieren.

Bestehende Lagerbestände überprüfen

PFAS-haltige Produkte sind nicht automatisch verboten. Mit den laufenden gesetzlichen Anpassungen können jedoch zusätzliche Stoffgruppen künftig eingeschränkt werden.

Es empfiehlt sich deshalb,

  • ältere Lagerbestände regelmässig zu überprüfen,
  • Informationen der Lieferanten zu verfolgen,
  • bei Unsicherheiten frühzeitig das Gespräch mit dem Importeur zu suchen.

Marktkontrollen nehmen zu

Die kantonalen Laboratorien führen derzeit schweizweit koordinierte PFAS-Kontrollen durch. Dabei werden Produkte bei Herstellern, Importeuren und Händlern stichprobenweise überprüft.

Für den Handel bedeutet dies:

  • Behörden können Produkte zur Untersuchung entnehmen.
  • Beanstandete Produkte müssen aus dem Verkauf genommen werden.
  • Händler sollten ihre Bezugsquellen dokumentieren und die entsprechenden Lieferanten rasch identifizieren können.

ASMAS steht hierzu bereits im Austausch mit den zuständigen Behörden und setzt sich dafür ein, dass die Kontrollen verhältnismässig erfolgen und der Schweizer Detailhandel gegenüber internationalen Online-Plattformen und ausländischen Anbietern nicht benachteiligt wird.

Kreislaufwirtschaft wird zum nächsten Schritt

Mit dem Ersatz von PFAS beginnt gleichzeitig eine neue Herausforderung: der Umgang mit bereits im Markt befindlichen Produkten.

Noch ungeklärt sind beispielsweise Fragen wie:

  • Wie sollen ältere PFAS-haltige Textilien entsorgt werden?
  • Welche Lösungen gibt es für fluorhaltige Skiwachse?
  • Welche Rücknahme- und Recyclingsysteme werden künftig entstehen?

Es ist davon auszugehen, dass Kreislaufwirtschaft und Produktrücknahme in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen werden.

Fazit

PFAS entwickelt sich von einem technischen Spezialthema zu einem strategischen Faktor für den Sport- und Textilfachhandel. Hersteller stellen ihre Produkte schrittweise auf PFAS-freie Alternativen um, gleichzeitig verschärfen Gesetzgeber die Anforderungen und intensivieren die Marktüberwachung.

Für den Fachhandel bedeutet dies, Nachhaltigkeit und Produktsicherheit bereits bei der Sortimentsplanung zu berücksichtigen. Wer seine Lieferanten aktiv einbindet, Materialinformationen konsequent einfordert und seine Kundschaft kompetent beraten kann, stärkt nicht nur die Rechtssicherheit, sondern auch seine Position als vertrauenswürdiger Fachhändler.