11.12.2020

Keine unverhältmässigen Wintersportverbote

Nachdem mehrere EU-Staaten Skigebiete geschlossen und die Bevölkerung aufgerufen haben, angesichts der Corona-Pandemie Wintersport zu meiden, hat sich der Verband des Europäischen Sportfachhandels (FEDAS) und der Verband der Europäischen Sportartikelindustrie (FESI) gemeinsam mit 25 Unternehmen und Verbänden der Sportbranche in einem Statement an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gewandt.

Marken wie Atomic, Fischer, Head, Intersport, K2, Rossignol, Salomon, Sport 2000 oder Tecnica sowie Verbände wie der Verband Sportfachhandel Schweiz (ASMAS), der Verband Deutscher Sportfachhandel (VDS) oder der Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs (VSSÖ) zeigen darin die Wichtigkeit des Wintersports für Gesundheit und Wirtschaft sowie die schweren Auswirkungen unkoordinierter Schließungen ohne Vorlaufzeit für die Branche auf.

Wintersportbranche besonders hart betroffen

So haben die Einschränkungen im Wintersport Einfluss auf rund 60 Millionen Europäer, die regelmäßig Ski fahren. Dabei ist Wintersport nicht nur ein Teil des Kulturerbes in vielen Regionen, sondern als Sport auch wichtig für die geistige und körperliche Gesundheit.

Die Maßnahmen treffen die Branche, die jährlich 10 Milliarden Euro Umsatz in Europa generiert und 1,4 Millionen Menschen pro Saison anstellt, hart. Umso mehr, da der Wintersportsektor als saisonale und verleihorientierte Branche unwiederbringliche Umsatzeinbrüche zu befürchten hat.

Zudem hat der ausbleibende Wintersporttourismus unvorhersehbare Auswirkungen in den jeweiligen Regionen, in denen „der Löwenanteil der Einnahmen ganzer Gemeinschaften stark betroffen ist“.

Hygienemaßnahmen statt pauschaler Verbote

Dabei haben Skigebiete, Sportverbände, Ski-Schulen, Liftbetreiber und Geschäfte in den vergangenen Monaten massiv an Hygienemaßnahmen gearbeitet und darin investiert.

„Es ist daher unverhältnismäßig, einer ganzen Branche ein solches pauschales Verbot aufzuerlegen, da geeignete Hygienemaßnahmen gemeinsam mit öffentlichen und privaten Akteuren entwickelt und umgesetzt werden können“, heißt es in dem Statement.