15.01.2026

Second-Hand im Sporthandel: Strategische Chancen für Sportfachhändler

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Der Second-Hand-Markt entwickelt sich im Sporthandel von einem Nischen- zu einem relevanten Geschäftsfeld mit nachhaltigem Wachstum und strategischem Potenzial. Im Zuge der Digitalisierung, veränderter Konsumpräferenzen und steigender Bedeutung von Kreislaufwirtschaft wächst die Nachfrage nach gebrauchten Sportartikeln kontinuierlich. Sportfachhändler stehen vor der Chance, diesen Trend systematisch in ihr Geschäftsmodell zu integrieren und wirtschaftliche sowie ökologische Mehrwerte zu realisieren. 

Marktwachstum und strategische Relevanz
Second-Hand ist kein Randphänomen mehr. Recommerce-Aktivitäten verzeichnen jährliche Zuwachsraten von 10–15 % und schaffen neue Ertragsquellen mit Margen von 20–50 %. Der Markt umfasst sowohl klassische Peer-to-Peer-Modelle als auch Trade-in-/Buyback-Angebote und professionelle Refurbishment-Services. Die Integration dieser Angebote verhindert, dass Kaufkraft an externe Plattformen abfliesst, und stärkt gleichzeitig die Kundenloyalität. 

Kundenbindung und neue Zielgruppen
Second-Hand-Angebote sprechen preisbewusste Kundensegmente an, die bisher nur begrenzt im Neuwarenmarkt vertreten waren. Insbesondere Premium-Produkte mit hoher Wertstabilität eignen sich für den Wiederverkauf und können neue Kundengruppen erschliessen. Durch Rückkauf-Programme und Anreizsysteme (z. B. Gutscheine statt Barzahlung) kann der Kunde im eigenen Ökosystem gehalten werden, was die Bindung und Wiederkaufraten erhöht. Zusätzlich zieht das Nachhaltigkeits-Image umweltbewusste Konsumenten an und stärkt die Positionierung als verantwortungsbewusstes Unternehmen. 

Geschäftsmodelle und operative Integration
Händler können unterschiedliche Modelle etablieren:
• Peer-to-Peer-Marktplätze: Kunden stellen gebrauchte Produkte selbst ein, während der Händler die Plattform-Infrastruktur bereitstellt. 
• Trade-in / Buyback: Händler kauft gebrauchte Ware an, prüft und verkauft sie mit Garantie weiter. 
• Refurbishment und Qualitätslabel: Aufbereitung und Zertifizierung erhöhen Vertrauen und Preisstabilität. 

Die technische und organisatorische Integration in bestehende Systeme erfordert Investitionen, etwa im Bereich E-Commerce-Plattformen oder dedizierter Produktverantwortlicher. Gleichzeitig eröffnen zusätzliche Dienstleistungen wie Reparaturen oder Zubehörverkäufe ergänzende Umsatzquellen. 

Strategische Partnerschaften
Partnerschaften mit etablierten Second-Hand-Plattformen oder Marktplätzen können den Markteintritt erleichtern und Reichweite schaffen. Kooperationen mit Online-Marktplätzen, spezialisierten Second-Hand-Anbietern im Outdoor- und Sportsegment oder Technologieanbietern für Peer-to-Peer-Software sind potenziell wertvoll. Solche Allianzen ermöglichen es, Produkte effizienter zu listen, logistische Prozesse zu optimieren und Kundendaten zu nutzen, ohne allein alle Systemanforderungen stemmen zu müssen. 

Nachhaltigkeitsaspekte
Second-Hand-Strategien tragen zur Verlängerung der Produktlebensdauer bei und unterstützen ESG-Ziele im Unternehmen. Nachhaltigkeit wirkt nicht nur extern positiv auf Kund*innen, sondern steigert auch die Attraktivität als Arbeitgeber und erfüllt wachsende regulatorische sowie gesellschaftliche Erwartungen an Ressourceneffizienz.

Fazit
Der Second-Hand-Markt im Sporthandel bietet Sportfachhändlern substantielle Chancen für Umsatzsteigerung, Kundenbindung und Markenpositionierung. Durch die Integration von Peer-to-Peer-, Trade-in- und Refurbishment-Modellen können neue Kundensegmente erschlossen und zusätzliche Margen generiert werden. Strategische Partnerschaften, operative Implementierung und ein klarer Fokus auf Nachhaltigkeit sind zentrale Erfolgsfaktoren dieses Entwicklungspfads.